Heimatverein

Das Bild Kostheims geprägt - Bürgermeister Konrad Schollmayer I.

 

 

24.05.01 rm. KOSTHEIM - Der Heimatverein Kostheim hat in einem Schreiben an den Ortsvorsteher vorgeschlagen, die Straße parallel zur Lessel-Allee auf der Maaraue nach Konrad Schollmayer zu benennen....

Bürgermeister Konrad Schollmayer I.
geb.: 30. Dezember 1800   gest.: 13. Februar 1866

Konrad Schollmayer erlebte in seiner Jugend die fast vollständige Zerstörung Kostheims, 1813 eine Flucht mit seinen Brüdern nach Nordenstadt, die Trennung von seinen Schwestern und alle Geschwister erlebten die Trennung von ihren Eltern. Erst 1814 kam die Familie wieder zusammen Die Not in Kostheim in diesen und vielen folgenden Jahren und seine nicht zuletzt schon als Landwirt tief verwurzelte Verbundenheit zu seiner Kostheimer Heimat prägten seinen Charakter und seinen rastlosen Einsatz für Kostheim und seine Bevölkerung.               
Bereits als junger, Landwirt mit immerhin 300 Morgen eigenem Ackerland, versah er zumindest in den dreißiger Jahren das Amt eines Adjunkten, bis er am 27.1.1844 zum Bürgermeister von Kostheim gewählt wurde. Und damit begannen Planung und Aufbau eines für Altkostheim ganz charakteristischen Ortsteils westlich der Herrenstraße und in nördlicher Richtung bis zur heutigen Münchhofstraße: Die neuen Straßen wurden großräumig, breiter und im rechten Winkel zueinander geplant und gebaut. Welch ein Gegensatz zur Siedlungsstruktur des sog. Neudörfchens, bei dessen Entstehung nach 1813 das Dach überm Kopf allerdings wichtiger war als alles andere!            

Große Verdienste erwarb sich Schollmayer bei den langwierigen Auseinandersetzungen mit der Festungsverwaltung von Mainz und der Hessischen Regierung in Darmstadt. Es ging um die Abtrennung von Kostheimer Boden zum weiteren Ausbau der Bundesfestung Mainz auf dem Brückenkopf Kastel. Schollmayer erreichte die verbindliche Zusicherung, dass im Falle des Rückbaus der Festungsanlagen in Kastel das zum Bau der Anlagen zur Verfügung gestellte Kostheimer Gelände der Gemeinde wieder zurückgegeben werden muss. Die spätere Eingemeindung Kostheims nach Mainz schuf eine andere Rechtslage, und es blieb trotz einer Verwaltungsklage bei der Abtrennung.
Anfang 1854 wurde Konrad Schollmayer zum zweiten Male zum Bürgermeister gewählt. und dies nicht nur wegen seines sozialen Engagements und seiner städtebaulichen Kompetenz. Schollmayer förderte unter anderem die Entwicklung besserer räumlicher Voraussetzungen für die schulische Ausbildung ebenso wie die Entwicklung kultureller Aktivitäten. So fällt zum Beispiel in sein erstes Amtsjahr als Bürgermeister die Gründung des Vereins "Alter Gesangverein" und in das 1.Jahr seiner zweiten Amtsperiode fällt die Gründung des Gesangvereins "Harmonie", dessen 1. Präsident er fünf Jahre lang war.
1864 wird Konrad Schollmayer zum 3. Male zum Bürgermeister gewählt, diesmal aber auf Lebenszeit, womit seine großen Verdienste um Kostheim gewürdigt wurden und was gleichzeitig ein Ausdruck seiner großen Beliebtheit in der Bevölkerung war. Dieser Anerkennung verschloß sich auch nicht der Großherzog von Hessen: Er zeichnete Konrad Schollmayer mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens Philipp I. von Hessen aus..
(siehe:
Landgraf Philipp der Großmütige)
Heimatverein Kostheim e.V.

Nach einem Bericht aus dem Jahre 1966 zum hundertsten Todestag von Bürgermeister Konrad Schollmayer    

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