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Bonifatius – Apostel der Deutschen
Bonifatius wurde zwischen 672 und 675 im SĂŒdwesten Englands in der NĂ€he von Exeter in der Grafschaft Wessex geboren. Seine Eltern
waren wohlhabend. Sie gaben ihrem Sohn den Namen Wynfreth (andere Schreibweisen: Winfried, Winfrid, Winfreth), einen fĂŒr die damalige Zeit fĂŒr dies Gegend typischen Namen aus 2 Silben: wyn = Freude, freth = Friede.
Schon frĂŒh will sich Wynfreth in den Dienst der Kirche stellen, wogegen sich sein Vater, der ihn als Erben fĂŒr seinen Besitz einsetzen will, widersetzt. Erst eine lebensbedrohliche Erkrankung des Vaters bricht dessen
Widerstand. Wynfred wird zur schulischen Ausbildung ins Kloster Exeter geschickt. Er ist zu diesem Zeitpunkt um das Jahr 680 etwa 7 Jahre alt. Nach knapp 20 Jahren – kurz vor 700 – wechselt er ins Kloster
Nursling, da die Bildungsmöglichkeiten in Exeter erschöpft waren. In Nursling wird er bald Lehrer und – nach Erreichen des vorgeschriebenen Alters von 30 Jahren – zwischen 702 und 705 zum Priester geweiht.
Wynfreth wird schnell klar, dass er nicht sein ganzes Leben im Kloster verbringen will. Ihn zieht es in die Mission. So unternimmt er im FrĂŒhjahr 716 seine erste Missionsreise zu den Friesen. Da der Herrscher der Friesen
gegen die neue Religion war, kehrte Wynfreth im Herbst des selben Jahres nach Nursling zurĂŒck. Dort wird er 717 zum Nachfolger des verstorbenen Abtes gewĂ€hlt. Aber auch dieses hohe Amt hĂ€lt ihn nicht. Im Herbst 718
geht er wieder auf Reisen. Diesmal verlĂ€sst er seine Heimat fĂŒr immer. Sein Weg fĂŒhrt ihn nach Rom zu Papst Gregor II.. Mit Empfehlungsschreiben aus seiner Heimat in der Tasche will er vom Papst offiziell in das Missionsfeld
geschickt werden. Diese Ernennung zum Missionar erhÀlt er am 15.5.719 von Papst Gregor II. Gleichzeitig erhielt er gemÀà einem alten Brauch den Namen des Heiligen vom Vortag: Bonifatius.
Alsbald reist Bonifatius ĂŒber die Alpen durch Bayern nach ThĂŒringen um dort mit seiner Missionsarbeit zu beginnen. Er war dabei natĂŒrlich nicht allein sondern hatte immer einen mehr oder weniger groĂen Mitarbeiterstab um
sich. Noch 719 reist er weiter zu den Friesen. Als immer klarer wird dass Bonifatius und Willibrord, der Erzbischof der Friesen nicht miteinander können, zieht der Missionar wieder gen SĂŒden um die Missionierung Hessens
und ThĂŒringens fort zu setzen, was fĂŒr die nĂ€chsten 15 Jahre der Schwerpunkt seiner Arbeit wird. Hier war Bonifatius seinem eigentlichen Ziel, der Missionierung der mit ihm eng verwandten Sachsen sehr nah. Er erreichte
dieses Ziel nie. Nach ersten Erfolgen in Hessen erkennt Bonifatius, dass fĂŒr die weitere Missionsarbeit höhere Machtbefugnisse unumgĂ€nglich sind. So schickt er im Jahr 722 boten mit einem Bericht seiner Erfolge nach Rom.
Die Antwort des Papstes ist eine Einladung nach Rom, der der Missionar gerne nachkommt. Am 30.11.722 wird er zum Missionsbischof ohne festen Amtssitz geweiht. So gestĂ€rkt kehrt Bonifatius nach Hessen zurĂŒck und wendet sich
an den Herrscher im Frankenreich, Karl Martell, da ihm bewusst war, dass er seine Ziele nur mit der Staatsmacht im RĂŒcken erreichen kann.
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