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Ursache für die geschichtsträchtige Vergangenheit Kostheims auf. Eine bunte Flurkarte aus dem Jahre 1741, in der auf der anderen Mainseite
Kostheims überdeutlich der Grundriss einer Festungsanlage zu erkennen ist: die Gustavsburg, so genannt nach König Gustav Adolf, der hier an der Flussmündung des Mains mit dem Bau einer Festung begann (1631-1635). Wie Gustav
Adolf so erkannten alle vorausgehenden und nachfolgenden Herrschaftsstrukturen in diesem Mündungsbereich eine wichtige strategische Position, die politisch, militärisch und wirtschaftlich von Bedeutung sein konnte. Dies brachte
der Bevölkerung manchen Verdruss, Zerstörungen und großes Leid. Doch die Lage an der Mainmündung brachte für Kostheim auch einen wirtschaftlichen Nutzen durch die Flößerei, der mit dazu beitrug, dass das 18. Jahrhundert eine
Blütenzeit für Kostheim wurde. Daran erinnert im Museum das Flößerzimmer. Mit der Flößerei kamen Holz und Buntsandsteine in den Ort und damit Impulse für Bau- und Holzwirtschaft. Nicht ohne Grund wurde gerade in dieser Zeit die
schönste Barockkirche am Untermain in Kostheim gebaut. Nach den für Kostheim schrecklichen Kriegsjahren Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit den militärischen Auswirkungen der französischen
Revolution in und um Mainz, war die Gründung einer Cellulose-Fabrik am Mainufer und deren Erweiterung zu einer Papierfabrik einer der entscheidenden Impulse zur Industrialisierung der vorher überwiegend an Landwirtschaft und
Weinbau orientierten Gemeinde. 4. Der Charakter der Gemeinde stellt sich im Heimatmuseum aber nicht nur durch seine Geschichte und wirtschaftliche Entwicklung vor. Ganz entscheidend wird er geprägt von den Menschen, die
hier wohnen, arbeiten und von gesellschaftlichen Strukturen, die wesentlichen Einfluss auf das Zusammenleben und damit Einfluss auf die Lebensqualität in Kostheim haben. Hier leistet das Zimmer mit alten Vereinsfahnen einen
ersten Hinweis auf einen ganz entscheidenden Charakter Kostheims: Es ist ein Ort mit vielen Vereinen, die mit hohem Qualitätsanspruch und mit zum Teil mehr als 100jähriger Tradition auf das gesellschaftliche und kulturelle
Leben großen Einfluss haben. Dazu gehören auch alle Schuljahrgänge, die wie Vereine organisierten sind. Viele Bilder, Urkunden, Pokale und Fahnen sind eindrucksvolle Zeugen dieser gesellschaftlichen Bindungen in Kostheim. Zu
diesem Bild gehören auch herausragende Menschen, die man – soweit sie historische Persönlichkeiten sind – im Museum durch Bilder, Urkunden und Schriften kennen lernen kann. Dazu gehören die Wohltäterin Freifrau von
Berberich, die um Kostheim besonders verdienten Bürgermeister Schollmeyer und Lessel, die der weltlichen Obrigkeit gegenüber besonders mutigen Pfarrer von St. Kilian Rössler und Henrich, der von der französischen Revolution
begeisterte Adam Lux, der letztlich dafür auf dem Schafott landete, der Gründer der Cellulose Anton Disch und aus der jüngeren Geschichte die Kommunalpolitiker Adam Lutz und Franziska Retzinger. Diese Namensliste ist mit
Sicherheit nicht vollständig. Sie soll nur als Auswahl ein Beleg dafür sein, dass die Geschichte Kostheim über die Jahrhunderte hinweg auch von einzelnen Persönlichkeiten mit gestaltet wurde. Auch dies leistet das Heimatmuseum
in Mainz-Kostheim.
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