Heimatmuseum

Wer war Jakob Schmitt ?(Teil III.)

seine Absicht, eine gotische Monstranz als Meisterarbeit zu schaffen, nicht vergessen sollte.
Bereits 1920 modellierte er ein Kruzifix, dass in einem leider nicht verwirklichten Gefallenen-Ehrenmal der Pfarrei St. Quintin Verwendung finden sollte. 1924/25 schuf er die Tonfigur der hl.Theresia vom Kinde Jesu für die Karmeliterkirche in Mainz, es folgt 1927 die Christusfigur, 1929 schuf er die Plastik Der Jesuknabe, die 1932 auf dem Kinderspielplatz der Pfarrei Maria Hilf in Kostheim-Siedlung aufgestellt wurde, 1931 entstand die monumentale Kreuzplastik Das Opfer, 1938 modellierte er die Madonna mit dem Jesusknaben, von der ein Abguss im Karmeliterkloster steht.
Selbstverständlich ist diese Aufzählung nicht vollständig und schon gar nicht, wenn es eine Auflistung seines kreativen Schaffens sein sollte. Dies ist nicht beabsichtigt und auch nicht im Sinne der heutigen Thematik.
Dennoch ich möchte nicht schließen ohne den Hinweis, dass man in seiner Zeit über den Plastiker Jakob Schmitt nicht nur im Mainzer Raum gesprochen hat. Nach seinem ersten Erfolg mit der Plastik „Der Kugler“ liefen Ausstellungen in Hamburg, Berlin, Essen, Stuttgart, Würzburg, Köln, Karlsruhe und im Frankfurter Dom.
Ich möchte nun schließen mit Jakob Schmitts Rückblick 1944 zu seiner Arbeit

„In der Folge meiner Arbeit lösen die religiösen und profanen Themen einander ab, oder sie sind bisweilen gar in einem und demselben Stück ineinander verwoben. Es sind zwei Welten, zwei Wirklichkeiten, die beieinander stehen, sich durchdringen. Ich glaube an die eine und an die andere in verpflichtender Bindung, denn Natur und Übernatur zusammen sind mir erst die ganze Welt...Was je sich in meinen Arbeiten bewegt und äußert, ist schlicht geglaubt. Es ist nicht bestellte Arbeit für anderweiligen Gebrauch, es ist eigenes Leben, stehend, leidend, mitgehend und vielleicht auch mit voranhelfen könnend in brüderlicher, gottgerufener Menschengemeinschaft....“


Norbert Trutzel
 

 

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Wer war Jakob Schmitt ?
(Teil III.)
Rede des 1.Vorsitzenden Norbert Trutzel zur Eröffnung der Sonderausstellung im Heimatmuseum Kostheim
 

An anderer Stelle spricht er vom Tüchtigwerden und akzeptiert, dass dennoch jeder seine schwachen Seiten habe und fährt fort: „...zur ganzen Tüchtigkeit gedeihen doch nur die Heiligen. Aber nicht etwa, weil die keine schwachen Stellen hätten, sondern weil sie es zu der Tüchtigkeit gebracht haben, die Schwächen zu meistern.“ Zum bevorstehenden Jahreswechsel beglückwünscht er den Kranken und sagt, dass es doch Spaß mache, eben noch dabei zu sein, denn die Zeit sei ja ein Geschenk Gottes für alle und jeden…
Im nachfolgenden Brief spricht er von notwendigen Leistungen und dass alles gesunde Streben dahin angelegt sei. „Der Mensch, in so vielfacher Weise beengt, gebunden, hat dennoch die wahrhaft königliche Freiheit, allem Geschehen der Zeit Haltung, Sinn, Richtung zu geben. Allerdings bleibe die allererste und allerletzte Frage offen, für die es entweder tausend Antworten und keine gibt, oder nur die einzige Antwort, Gott, der Gut und Recht und Vollendung in Person ist ...Gott fordert uns auf mit „du sollst“, (er) respektiert die freie Persönlichkeit, die er so ins Dasein stellte. ...Richtig gesehen sind wir darum Gott für jedes Geschick ehrlich zu Dank verpflichtet. Und wenn wir uns dazu durchgerungen haben, erleben wir erst das wahre Hochgefühl letzter persönlicher Freiheit, der Freiheit der Geborgenheit in Gott, der die Freiheit selber ist ...“
Im März 53 war die lebensbedrohende Krankheit und die anfangs vorhandene Gewissheit zu sterben überwunden. Dazu ein letztes Zitat von Jakob Schmitt: „Ist es nicht eine herrliche Sache, wenn man sich zu einem „Ja“ durchgerungen hat, und der gute Herrgott nimmt einem nicht einmal beim Wort?“
Ja - Jakob Schmitt war ein gläubiger Christ, nicht engherzig fromm, nicht scheinheilig, nicht blindgläubig und auch kein übereifriger Kirchenrenner. Letztlich bezeugt dies auch seine sakrale Kunst, wobei man

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